Kurz: Bei der typischen eidgenössischen Abstimmung weicht die Stadt Zürich in den 2020ern 13 Prozentpunkte vom Landesergebnis ab — doppelt so viel wie in den 1970ern.
Stimmt die Stadt Zürich anders als die Schweiz? Wenn ja: wie stark, und verändert es sich?
Für jede eidgenössische Abstimmung seit 1933 lässt sich die Differenz zwischen dem Ergebnis der Stadt Zürich und dem der Schweiz berechnen — unabhängig davon, ob Zürich mehr oder weniger Ja stimmt. Was zählt, ist die Grösse der Abweichung.1
In den 2020ern weicht die Stadt Zürich bei der typischen Abstimmung 12.8 Prozentpunkte vom Schweizer Ergebnis ab. In den 1970ern waren es 5.6. Jede Dekade liegt höher als die vorherige.2
In den 2020ern steigt die Abweichung von 9.0 auf 12.8 Prozentpunkte. Für diese Dekade liegen bisher 59 Abstimmungen vor. Ob sich der Anstieg mit weiteren Daten bestätigt, ist offen.
Die fünf grössten Abweichungen seit 2020:
| Vorlage | Stadt ZH | Schweiz | Differenz |
|---|---|---|---|
| Klimapolitik-Initiative (Nov. 2025) | 41.5 % | 21.7 % | +19.8 PP |
| Klimafonds-Initiative (Mär. 2026) | 49.1 % | 29.3 % | +19.8 PP |
| Individualbesteuerung (Mär. 2026) | 72.9 % | 54.3 % | +18.6 PP |
| Liegenschaftssteuern (Sep. 2025) | 42.1 % | 57.7 % | −15.6 PP |
| E-ID-Gesetz (Sep. 2025) | 63.9 % | 50.4 % | +13.5 PP |
Die Zahlen zeigen die Grösse der Abweichung. Was sie verursacht — Demografie, Urbanisierung, Vorlagen-Mix — geht aus der Messung nicht hervor.
Gemessen wird die absolute Differenz zwischen dem Ja-Anteil der Stadt Zürich und dem Ja-Anteil der Schweiz, unabhängig von der Richtung: |Ja-Anteil ZH − Ja-Anteil CH|. Zusammengefasst als Median pro Dekade. Der Median zeigt die typische Abweichung und ist robust gegen einzelne Ausreisser. ↩︎
Open Data Stadt Zürich — Abstimmungsresultate seit 1933. Eigene Auswertung: 587 eidgenössische Abstimmungen seit 1933, davon 483 seit 1970. Alle Werte berechnet aus Gesamtstadt-Resultaten. ↩︎